Interview – Im Singen zu sich selbst gefunden

Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof im oberösterreichischen Hausruckviertel. Dass es Michaela Selinger trotzdem zur Musik verschlug, verdankt sie indirekt ihrem Vater. „Mein Papa hat eine schöne Tenorstimme und singt im Kirchenchor des öfteren auch Soli. Bei uns daheim stand daher ein altes Klavier herum, ein richtiger alter Scherben, auf dem ich und meine Geschwister ersten Unterricht erhielten.“ Ihrem Musiklehrer fiel Michaela Selingers Talent zum Blattsingen auf und er überredete die Eltern, ihre Tochter aufs Musikgymnaisum nach Linz zu schicken. „Dort habe ich im Chor von Balduin Sulzer mitgewirkt“, erzählt sie. „Die großen Sachen, die Passionen, das Brahms-Requiem oder die Carminia burana hat meistens Franz Welser-Möst dirigiert, der sein Schüler gewesen ist.“ Dabei hat Michaela Selinger etwas für sie sehr Wichtiges entdeckt: „Ich habe mich beim Singen gefunden. In der Musik, im Gesang war ich ganz bei mir selber.“
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Interview – Leidenschaft mit Zwischentönen

WELT AM SONNTAG Januar 2011

Die Entdeckung der Saison: Die junge Mezzosopranistin Michaela Selinger gestaltet in Essen eine verzweifelt rasende Heldin in Händels Oper „Hercules“. Die Frau klagt, rast, intrigiert. Ihr Mann hat von einer seiner Auslandsreisen eine andere mitgebracht. Nett, jung, hübsch. Dejanira will Hercules zurückhaben, mit allen Mitteln. Sie brodelt, sie kämpft nicht nur um ihre ehe, sondern um ihr Leben. Jeder Ton, den die Mezzosopranistin Michaela Selinger in der Rolle der Dejanira singt, ist eine Waffe in diesem Kampf – oder gewährt Einblick in ihre Verzweiflung. Packendes Musiktheater mit einer überwältigenden Darstellerin. Georg Friedrich Handels Oper „Hercules“ ist ein Höhepunkt der Saison. Und Michaela Selinger eine Entdeckung.
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Interview – Der Glanz der Natürlichkeit

MUSIKVEREIN April 2009

Michaela Selinger auf der „Lied.Bühne“

„Agenore? T’arresta. Odi …“ – „Höre …“, und das Musikvereinspublikum horchte auf, als sich Michaela Selinger Ende November 2006 mit diesen Worten bei der Gesellschaft der Musikfreunde vorstellte – als Tamiri in Mozarts „Il re pastore“. Nur wenige Tage nach ihrem Debüt sang sie unter Riccardo Muti erneut im Goldenen Saal, im April gibt sie nun ihren ersten Liederabend in der gemeinsamen Konzertreihe von Staatsoper und Musikverein im Gläsernen Saal. (mehr …)