Michaela Selinger

15. Februar 2011

DEJANIRA in Händels Hercules am Aalto-Theater

OPERNGLAS 2/2011

Michaela Selingers Trumpf als Dejanira ist das glutvoll satte Temperament ihres herrlich strömenden Mezzos, das furiose Attacke reitet, in langen Bögen knistert und im Pianissimo kernig vibriert. Ihre Koloraturgewalt lässt vor allem in der Wahnsinnsarie die Wände zittern.

B. Kämpen

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12. Februar 2011

Interview – Im Singen zu sich selbst gefunden

Aufgewachsen ist sie auf einem Bauernhof im oberösterreichischen Hausruckviertel. Dass es Michaela Selinger trotzdem zur Musik verschlug, verdankt sie indirekt ihrem Vater. „Mein Papa hat eine schöne Tenorstimme und singt im Kirchenchor des öfteren auch Soli. Bei uns daheim stand daher ein altes Klavier herum, ein richtiger alter Scherben, auf dem ich und meine Geschwister ersten Unterricht erhielten.“ Ihrem Musiklehrer fiel Michaela Selingers Talent zum Blattsingen auf und er überredete die Eltern, ihre Tochter aufs Musikgymnaisum nach Linz zu schicken. „Dort habe ich im Chor von Balduin Sulzer mitgewirkt“, erzählt sie. „Die großen Sachen, die Passionen, das Brahms-Requiem oder die Carminia burana hat meistens Franz Welser-Möst dirigiert, der sein Schüler gewesen ist.“ Dabei hat Michaela Selinger etwas für sie sehr Wichtiges entdeckt: „Ich habe mich beim Singen gefunden. In der Musik, im Gesang war ich ganz bei mir selber.“
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