Michaela Selinger

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8. April 2022


Am Opernhaus Rijeka: Feruccio Busonis Arlecchino

Das Kroatische Nationaltheater Rijeka stellte Feruccio Busonis Arlecchino Puccinis Gianni Schichi gegenüber. So gelang ein Abend, in dem sich zwei Einakter zu einem grösseren Ganzen verbunden haben.

Die Regie bei Busonis Arlecchino führte Intendant Marin Blacévic, Regisseur Fabrizio Melano zeichnet für Gianni Schichi verantwortlich. Valentin Egel leitete das bestens disponierte Orchester des Nationaltheaters, ihm zur Seite ein grosses Ensemble aus Sängern der Opernhäuser Rijeka und Osijek sowie einigen Gästen.

Michaela Selinger gab die Rolle der Colombina; ihr Bühnen-Partner war der venezuelanische Tenor Jorge Puerta.

 

Im Sommer 2022 bringt das Savonlinna Festival Finland eine Wiederaufnahme dieses Abends.


13. Dezember 2021


CD-Präsentation auf Radio Ö1 am 17.12.: Lieder von Alfred Schuster

In der „Edition Brahmsmuseum Mürzzuschlag“ ist im Oktober meine neue CD erschienen, die sich dem Liedschaffen Alfred Schusters widmet. Gemeinsam mit dem Sohn des Komponisten und Ausnahmemusiker Claus Christian Schuster entstand der Mitschnitt dieser raren Lieder im Kaisersaal des Brahmsmuseums.

Ich freue mich sehr, dass Philipp Weismann diese Aufnahme in der Ö1-Sendung „DesCis“ präsentieren wird. Der Termin der Ausstrahlung ist der 17. Dezember um 11.30.

Herzlichen Dank an Ronald Fuchs vom Brahmsmuseum Mürzzuschlag für die herzliche Unterstützung unseres Projekts!

Mein grosser Dank gilt auch Claus Christian Schuster, der mir beim Musizieren soviel Freude schenkt.

 

 

Bei (Kauf-)Interesse schreiben Sie mir bitte eine email, ich sende Ihnen gern ein Exemplar zu. Die CD kostet 15 Euro zzgl Porto. (meine email Adresse: info@michaelaselinger.com)

Hier der Text aus dem Begleitheft der CD, verfasst von Christian Schuster:

 

Alfred Schuster kam am 6. August 1910 in Hirtenberg an der Triesting als viertes und letztes Kind des aus Ebreichsdorf gebürtigen Färbermeisters Josef Schuster (1878-1958) und der aus Klenová im Böhmerwald stammenden Magdalena geb. Flax (1876-1955) zur Welt. Die Volksschule absolvierte er in Teesdorf, wo sein Vater einen neuen Arbeitsplatz in der von Bruno Bauer 1908-1910 als Erstlingswerk errichteten und vom jungen Hermann Broch seit 1909 geleiteten Baumwollspinnerei gefunden hatte. Dem Einsatz von Alfreds Lehrer Hans Winkler, Verfasser einer Teesdorfer Heimatkunde, ist es zu verdanken, daß der Knabe nach Abschluß der 4. Volksschulklasse im Herbst 1920 als einziges Kind der Familie in die erst im Vorjahr gegründete „Bundeserziehungsanstalt Traiskirchen“ aufgenommen wurde; dieses bis 1938 bestehende Elite-Internat hatte man in der heute als Flüchtlingslager genützten ehemaligen Artilleriekadettenschule, dem letzten Bau von Alois Schumacher (1903), untergebracht. Dort kam der begabte und strebsame Junge in den Genuß einer sorgfältigen Erziehung durch zum Teil höchst bemerkenswerte Lehrer, unter denen ihn sein Musiklehrer, der Dirigent Oswald Kabasta (1896-1946) am nachhaltigsten beeindruckte. Im Lehrkörper war auch der Organist und Komponist Viktor Dostal (1893-1962), der die Schüler kammermusikalisch anregte und betreute. Auch unter den Mitschülern fand der Gymnasiast etliche musisch und musikalisch talentierte Freunde, mit denen er in literarischen und kompositorischen Gehversuchen wetteifern konnte. Der um ein Jahr jüngere Pianist Wilhelm Hübner- Langenbruck (1911-1989) sollte ein Freund fürs ganze Leben bleiben. Erste Lieder entstanden ab etwa 1925. Als Pianist, mitunter auch als Geiger oder Bratschist – all das hatte er sich im wesentlichen ganz selbständig angeeignet – war Alfred in den Schulkonzerten zu hören, und auch als Rezensent von Konzerten und Theateraufführungen profilierte er sich bald in der internatseigenen Zeitung „Unser Heim“. Besonders fruchtbar waren die letzten Schulferien im Sommer 1927, der ihm einen ganzen Strauß von Liedern auf Gedichte von Joseph von Eichendorff und Emanuel Geibel, aber auch Martin Greif schenkte. Am 30. Mai 1928 legte Alfred die Reifeprüfung „mit belobender Anerkennung für besondere Leistungen aus Musik“ ab: der Weg für eine Musikerlaufbahn schien vorgezeichnet zu sein. Im darauffolgenden Herbst setzte er seine Studien an der Staatsakademie für Musik (der heutigen Musikuniversität) fort, nahm aber parallel auch ein Philologiestudium an der Wiener Universität auf. In diesen ersten Studentenjahren wurden, vor allem im Kreis der sozialistischen Studentenschaft, langdauernde Freundschaften geknüpft. Der in Wien-Mariahilf wohnende Komponist Franz Mittler (1893-1970), Klavierbegleiter von Karl Kraus, wurde damals ein väterlicher Freund und Anreger. Der Ausbruch der Weltwirtschaftskrise im Oktober 1929 gab aber dann den Ausschlag, das Hauptgewicht doch auf das Universitätsstudium zu legen: Das Lehramt schien in dieser Zeit der Unsicherheit eine stabilere Existenz zu versprechen als das Musikerdasein.

Die Sommerferien verbrachte der angehende Lehrer mit Vorliebe in Budapest, wo seine Schwester Ottilie 1931 einen Richter heiratete. Herzensfreundin dieser Jahre blieb aber die seit 1924 in Blumau verheiratete älteste Schwester Magdalena, die seine literarischen Interessen teilte und mit der er einen innigen Briefwechsel pflegte. Neben der Musik und der Literatur waren ausgedehnte Reisen und Wanderungen, auf denen er ausgiebig photographierte, seine Leidenschaft. So bereiste er von August bis Oktober 1931 mit Freund Nikolaj Griechenland und die Türkei.

Im November 1933 legte Alfred Schuster die Lehramtsprüfung aus Deutsch und Latein ab. Anschließend absolvierte er sein Probejahr am Akademischen Gymnasium in Wien. Die erste fixe Stellung fand er danach 1934 am Bundeslehrerseminar in St. Pölten, von wo er schon 1936 nach Mödling wechselte. Am 3. Februar 1939 wurde er aufgrund seiner Dissertation „Die freie Form in der neueren deutschen Lyrik und ihr geistesgeschichtlicher Sinn“, in deren Mittelpunkt das Werk Friedrich Hölderlins steht, an der Alma mater rudolfina zum Dr. phil. promoviert.
Die letzten Monate vor dem Ausbruch des Weltenbrands verbrachte der politisch Ahnungslose auf einer ausgedehnten Reise durch Deutschland und Schweden, deren Höhepunkte der Besuch des Kleist-Grabs in Berlin und der Klassikergedenkstätten in Weimar waren. Exakt zwei Jahre nach dem unseligen „Anschluß“ wurde Alfred Schuster zum Kriegsdienst eingezogen, den er, nach der hastigen Ausbildung, 1940/41 in Frankreich, 1941 an der Ostfront, 1941/42 in Griechenland und ab 1942 wieder an der Ostfront ableistete. Sein älterer Bruder Franz fiel in der Schlacht um Stalingrad im Winter 1942/43, ohne seine wenige Monate zuvor geborene Tochter gesehen zu haben.
Am Kriegsende wurde die Einheit, in der Alfred Schuster diente, von den Sowjettruppen in Südböhmen gefangen genommen und sollte von Linz aus nach Sibirien abtransportiert werden; knapp vor Freistadt ermöglichte ein Bauer ihm, aus der Kolonne auszuscheren, und ersparte ihm damit das Schicksal der Kriegsgefangenschaft oder noch Schlimmeres.
Nach dem Krieg wurde er als Lehrer dem Knabengymnasium des X. Wiener Gemeindebezirks Favoriten zugeteilt, das wegen der Bombenschäden interimistisch in der Joseph-Haydn-Realschule in der Reinprechtsdorfer Straße (Margareten) untergebracht war. Erst 1960 konnte das von Wilhelm Hubatsch geplante neue Gebäude in der Ettenreichgasse bezogen werden, wo Alfred Schuster, zuletzt als Oberstudienrat, bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1975 als strenger, aber auch von den „schlechten“ Schülern geachteter Lehrer hingebungsvoll unterrichtete. Schon vor dem Eintritt in den Ruhestand hatte sich die Krankheit bemerkbar gemacht, der er am 8. März 1980 in Baden erlag.
Auch während der Kriegsjahre hatte ihn die Musik treu begleitet. Wo und wann immer es möglich war, besuchte er Konzerte und trat auch selbst nicht selten als Musiker auf – etliche Male sogar mit Liederabenden, bei denen er sich selbst am Klavier begleitete. Seine nicht akademisch geschulte, aber klangvolle und geschmeidige Tenorstimme, die in späteren Jahren ins Baritonale überging, hatte viele Verehrerinnen. Sein während der Frontjahre notgedrungen unterbrochenes kompositorisches Schaffen hatte in den ersten Nachkriegsjahren eine Hochblüte.

Wesentlich daran beteiligt war eine Bekanntschaft, die er im Zug zwischen Vöcklabruck und Wien gemacht hatte: Auf der Rückfahrt von einem Besuch bei seinen Eltern, die vor den Wirren des Jahres 1945 nach Nußdorf am Attersee geflohen waren, traf er die mit ihrer Mutter von einem Familienbesuch aus Rattenberg in Tirol nach Ebreichsdorf heimkehrende Elisabeth Schmid. Daß die junge Lehrerin gerade in einen Band mit Goethe-Gedichten vertieft war, erleichterte die Anknüpfung eines Gesprächs – und schon wenige Tage später stand Alfred Schuster im Geburtsort seines Vaters vor dem Elternhaus der jungen Lehrerin, die am 7. Juli 1949 schließlich seine Ehefrau wurde. Gut die Hälfte seines Liedschaffens hat Schuster in den Jahren 1947 bis 1949 niedergeschrieben. Nach der Geburt der beiden Kinder des Paares (1950 und 1952) verebbte dieser Strom allmählich, und dem Komponisten, der mitunter Wilhelm Raabes treffende Wendung vom „Messer- und Gabelgeklirr des Lebens“ aufnahm, mögen im letzten Drittel seines Erdenlebens, in dem er dem Tonschaffen entsagte, wohl manchmal diese Verse seines Lieblingsdichters Friedrich Hölderlin in den Sinn gekommen sein:

Größers wolltest auch du, aber die Liebe zwingt All uns nieder…

Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt! Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel

Mich nicht hinab geleitet; Einmal
Lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht.

(Lebenslauf, 1800)

(An die Parzen, 1798)

Gleichwohl blieb Schusters Schaffen nicht ganz resonanzlos: Etliche Sänger setzten sich für seine Lieder ein, und der Österreichische Rundfunk produzierte und sendete in den 1950er Jahren eine ganze Reihe davon. Feilich sind all diese Tondokumente der unter dem Titel der „Sparsamkeit“ vor allem in den 1970er und 1980er Jahren rigoros betriebenen Vernichtungsbarbarei zum Opfer gefallen, die uns ja auch Tausender unersetzlicher Zimelien der Interpretationsgeschichte beraubt hat. Auch diesen schmerzlichen Schwund hat der Komponist mit Fassung getragen und ihn so wie auch andere Verluste mit dem Rilke-Vers quittiert:

Nirgends, Geliebte, wird Welt sein, als innen.

(Siebente Duineser Elegie, 1922)

Alfred Schusters unbekannt gebliebenes Schaffen möge stellvertretend für den achtlos verschütteten und veruntreuten Überfluß stehen, mit dem alle Völker und Zeiten erwartungsvoll beschenkt wurden und werden. Nicht immer und überall verfügen die Nachkommen schöpferischer Menschen über den Blick für den Wert der ihnen hinterlassenen Papiere, und man muß annehmen, daß der allergrößte Teil des von Menschen Geschaffenen ungehört und ungesehen vernichtet wird; daß das nur die Vorwegnahme des allem Irdischen letztlich ohnehin bestimmten Schicksals ist, tröstet wenig: Einmal gehört und vielleicht sogar verstanden worden zu sein, ist keine unbillige Sehnsucht – und wir hoffen, wenigstens in diesem einen konkreten Fall dafür die Voraussetzung geschaffen zu haben.


20. Oktober 2021


KOFOMI 2021

Liebe Leser!

Erstmals war ich  Gast beim Komponistenforum Mittersill und verbrachte einige sehr anregende Herbsttage mit Künstlern und Musikern verschiedener Richtungen. Das Spannende, das hier passiert, ist die Begegnung mit vom Grunde auf kreativen Menschen, die offen aufeinander zugehen, gemeinsam experimentieren, entwickeln, und natürlich diskutieren, sprechen, essen und trinken,…

Ich war eingeladen, ein dreiteiliges Stück von Michael Mautner uraufzuführen:

Inteletto d’amore (Text: aus Dante Alighieris „Vita Nuova“) für Stimme, Viola und Klavier.

Meine Mitgestalter waren Lena Fankhauser, Bratsche und Albert Sassmann, Klavier.

 


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